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Hintergrund zum Bürgerdialog Biodiversität in unserem Landkreis

Hintergrund zum Bürgerdialog Biodiversität in unserem Landkreis

Strohkorb mit Blumen und Erdbeeren

Es geht um den Erhalt und den Schutz unserer Natur! Wir, der Landkreis Marburg-Biedenkopf, möchten diesen Prozess zusammen mit Ihnen auf den Weg bringen.

Unsere Region ist reich an erhaltenswerten Naturschätzen und verschiedenen, teilweise selten gewordenen Tier- und Pflanzenarten, die unser Umfeld bereichern. Aber auch bei uns ist der Rückgang von Tier-und Pflanzenarten – trotz zahlreicher Bemühungen des ehrenamtlichen und auch des amtlichen Naturschutzes – weiter vorangeschritten.
Eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt ist die Basis einer intakten Natur. Sie ist für uns essentiell und dient uns als Lebensgrundlage. Unsere Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten ist eine gesamt-gesellschaftliche Anstrengung.

Ihre Anregungen, Ideen und Ihr Engagement sind gefragt!

Vorgehen
Der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Universitätsstadt Marburg gaben am 2. Juni 2016 den Startschuss zur aktiven Umsetzung der hessischen Biodiversitätsstrategie. Ziel der Konferenz war es, für das Thema Biodiversität zu sensibilisieren und über die Hessische Biodiversitätsstrategie zu informieren. Im Vorfeld der Kreiskonferenz wurde eine Online-Umfrage zur Biodiversität durchgeführt. Insgesamt 529 Personen aus allen Städten und Gemeinden des Landkreises nahmen an der Umfrage teil. Sie zeigte ein erstes Stimmungsbild, was Bekanntheitsgrad, Stellenwert des Themas, Gefährdungseinschätzung von einzelnen Gruppen, Priorisierung von Themenbereichen und die Bereitschaft zum Engagement angeht. Insgesamt nahmen fast 200 Personen an der Konferenz teil

Im Anschluss an die Veranstaltung wurden unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger konkrete Natur- und Artenschutzprojekte im Landkreis angestoßen. Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen haben sich gegründet und ein Konzept für „Gemeindechecks“ (lokale Ortsteil-Initiativen) wurde erstellt:

  • Die Arbeitsgruppen widmen sich den Themenschwerpunkten „Biodiversität und Landwirtschaft“, „Lineare Strukturen“, „Streuobst“, „Gewässerrenaturierung, -schutz, -entwicklung“, „Artenschutz im Siedlungsbereich“ sowie „Biodiversität und Wald“.
  • Die Idee der „Gemeindechecks“ beinhaltet die Gründung und Unterstützung lokaler Initiativen zum Natur- und Artenschutz. Ziel ist Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu aktivieren und bei interner Vernetzung zu unterstützen, damit diese eigenständig Projekte verwirklichen. Gemeindechecks finden derzeit in Niederwalgern, Unterrosphe und Kleinseelheim statt.

Alle relevanten Informationen (Protokolle, Termine, Präsentationen) bezüglich des Bürgerdialogs zur biologischen Vielfalt sind auf der Beteiligungsplattform des Landkreises hinterlegt.

Hintergrund
Um einen nachhaltigen Schutz zu erreichen, ist strategisches Vorgehen erforderlich - die "Hessische Biodiversitätsstrategie" hat dies zum Ziel. Zusammen mit der Bürgerschaft soll die Entwicklung der Natur unterstützt werden und die natürliche Vielfalt geschützt werden.
Die immer stärkere Beanspruchung natürlicher Ressourcen durch uns Menschen hat in den letzten Jahrzehnten weltweit zu einem drastischen und schnell voranschreitenden Artenrückgang geführt. Ursächlich sind ein enormer Flächenverbrauch, Veränderungen in der Landbewirtschaftung, die Zerschneidung von Lebensräumen und das Ausströmen von Schadstoffen in die Umwelt. Doch der Artenrückgang hat nicht nur direkte Auswirkungen auf unsere Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen.
Bereits 1992 hat diese Erkenntnis die Vereinten Nationen dazu bewogen, ein Übereinkommen zum Erhalt der biologischen Vielfalt (Biodiversität) abzuschließen. Auch die Europäische Union wollte mit einem Aktionsplan zum Erhalt und zur Eindämmung des Verlusts der Biodiversität bis zum Jahr 2010 beitragen. Dies gelang bis heute weder weltweit noch in Europa, sodass die internationale Staatengemeinschaft 2010 in Nagoya einen strategischen Plan zur Rettung der Biodiversität beschloss (Nagoya-Protokoll). Die darin formulierten Ziele sollen bis 2020 umgesetzt sein. Sie stellen die Grundlage für die Hessische Biodiversitätsstrategie dar.

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