Zusammenfassung der Sitzungen
Das Ehrenamtsforum ist ein Beteiligungsformat nach Vorbild eines Bürgerrats, das erstmalig auf Landkreisebene durchgeführt wurde. Insgesamt 19 Teilnehmende arbeiteten an drei Sitzungstagen im Mai und Juni zusammen, um Empfehlungen für die Stärkung von jungem Engagement und Förderung der generationsübergreifenden Zusammenarbeit zu entwickeln.
1. Sitzung (30.05.)
In der ersten Sitzung fand zunächst eine Begrüßung der Teilnehmenden durch den Landrat, die Vorstellung der externen Moderatorin sowie ein Kennenlernen der 19 Teilnehmenden statt. Außerdem stellte sich das interne Projektteam vor, das aus Mitarbeitenden des Fachdienstes Partizipation, Ehrenamt und Sport sowie des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales bestand.
Anschließend folgte der inhaltliche Einstieg in Form zweier Fach-Inputs: Beraterin und Coachin Claudia Tölle gab eine Einführung in das Thema ehrenamtliches Engagement und zeigte auf, welche Formen von ehrenamtlichem Engagement es gibt, wie es aktuell um das ehrenamtliche Engagement in Deutschland steht und auf welche Bereiche sich das Engagement verteilt. Um ein besseres Verständnis für die Handlungsebene einer Kreisverwaltung zu bekommen, bot Uwe Michel (Fachbereichsleitung des Finanz- und Kassenmanagements beim Landkreis Marburg-Biedenkopf) den Teilnehmenden einen Überblick über die Aufgabengebiete und Zuständigkeiten unseres Landkreises.
Im Anschluss an die beiden Inputs begann die erste aktive Arbeitsphase: An Stellwänden sammelten die Teilnehmenden unter anderem, was im Bereich ehrenamtliches Engagement im Landkreis schon gut funktioniert und wo Verbesserungsbedarfe bestehen. Aus den gesammelten Beiträgen wurden anschließend thematische Handlungsfelder gebildet.
Nach gemeinsamer Diskussion einigte sich das Forum schließlich auf folgende sechs Handlungsfelder: „Transparenz & Sichtbarkeit“, „Vernetzung“, „Förderung & Finanzierung“, „Anerkennung & Wertschätzung“, „Hürden senken“ und “Junge Zielgruppe ansprechen“. Diese Handlungsfelder bildeten die Grundlage der weiteren Arbeit des Ehrenamtsforums. Weitere Handlungsfelder, die nicht zur weiteren Bearbeitung ausgewählt wurden, waren die Themenfelder „Projektarbeit“, „Satzungsänderungen“ sowie „Mentoring & Übergabe“.
Nach Abschluss der Arbeitsphase konnten die Teilnehmenden Feedback geben und gemeinsam den ersten Sitzungstag reflektieren.
2. Sitzung (20.06.)
Am zweiten Sitzungstag ging es darum, ausgehend von den Handlungsfeldern Zielvorstellungen und – daran anschließend – erste Lösungsvorschläge zu entwickeln.
Um dafür die Voraussetzungen zu schaffen, gaben Susanne Batz (Servicestelle für Vereine & Engagierte im Landkreis Marburg-Biedenkopf) und Nancy Bartholomes (Fachdienstleitung Jugendförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopf) einen kurzen Überblick über bestehende Unterstützungsangebote und Fördermöglichkeiten im Rahmen der Ehrenamts- und Jugendförderung.
Im Anschluss wurden die in Sitzung 1 definierten Handlungsfelder vertieft: In Kleingruppen entwickelten die Teilnehmenden Zielvorstellungen für ihr jeweiliges Handlungsfeld und entwarfen Handlungsideen, wie diese Ziele erreicht werden können.
In der darauffolgenden Arbeitsphase hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit zum Austausch mit Fachexpert*innen aus Kreispolitik, Vereinen und weiteren ehrenamtlichen Strukturen: Die Expert*innen standen den Kleingruppen zur Verfügung, um offene Fragen zu klären, ihre Ideen und Ziele einzuordnen und gemeinsam zu diskutieren.
Daran anknüpfend hatten die Kleingruppen Zeit, ihre gesammelten Ziele und Handlungsideen zu ersten konkreten Lösungsvorschlägen zu verdichten, und stellten diese mithilfe von Stellwänden im Plenum vor. Danach konnten die Teilnehmenden die Stellwände der anderen Kleingruppen mithilfe von Post-Its kommentieren und Ideen sowie Anregungen hinterlassen. Den Abschluss bildete wieder eine gemeinsame Reflexions- und Abschlussrunde, in der die Teilnehmenden vor allem die Einbindung der Fachexpert*innen lobten.
3. Sitzung (27.06.)
Im Zentrum der dritten und letzten Sitzung stand die Entwicklung konkreter Empfehlungen: Jede Gruppe sollte Empfehlungsvorschläge erarbeiten, über die schließlich im Plenum abgestimmt werden sollte.
Zu Beginn der Sitzung gab der Fachdienst Partizipation, Ehrenamt und Sport Rückmeldung zu den Ergebnissen der zweiten Sitzung, ordnete sie in die Arbeit der Kreisverwaltung ein und gab Hinweise zur weiteren Ausarbeitung. Ziel dieses Inputs war es, die Ergebnisse so gut wie möglich auf den Handlungsspielraum des Landkreises auszurichten.
Im Anschluss fanden die Teilnehmenden wieder in Kleingruppen zusammen, um das Feedback in ihre Lösungsvorschläge einzuarbeiten. Aus diesen Lösungsvorschlägen entstanden pro Kleingruppe circa ein bis zwei konkrete Empfehlungen, die mit Steckbriefen ausformuliert und festgehalten wurden.
Abschließend kamen die Teilnehmenden im Plenum zur letzten gemeinsamen Arbeitsphase zusammen. Alle Maßnahmen wurden einzeln vorgestellt, an mancher Stelle umformuliert oder zusammengefasst und schließlich mithilfe von Ampelkarten (rot, gelb, grün) bewertet. Mit den Ampelkarten wurde festgehalten, wer die Empfehlung unterstützt (grün), wer mitgeht (gelb) und wer dagegen ist (rot). Im Falle roter Karten wurde die Empfehlung noch einmal zur Diskussion gestellt, um die bestehenden Vorbehalte – wenn möglich – zu klären und auszuräumen.
So entstand ein Gutachten bestehend aus insgesamt 10 Maßnahmen, das bei der finalen Gesamtbewertung einstimmige Zustimmung vom Plenum erhielt.
Die beschlossenen Empfehlungen werden dem Landrat durch das Ehrenamtsforum offiziell überreicht. Danach werden die Maßnahmen von den zuständigen Fachdiensten auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.